Seit der «weisse Mann» Australien betreten hat, streifen Brumbies durch die Landschaften Australiens – ein Symbol für Widerstandskraft und kulturelles Erbe. Trotz dieser langen gemeinsamen Geschichte werden sie von den australischen Behörden als „invasive, wilde Schädlinge“ dargestellt, und seit November 2023 finden massenhafte Luftabschüsse dieser ikonischen Wildpferde statt. Wir fordern ein Ende dieser Grausamkeit!
Herkunft der Brumbies
Die Brumbies, ursprünglich 1788 mit der First Fleet aus England nach Australien gebracht, bildeten das Rückgrat der Erforschung des Landes, der Landwirtschaft und sogar des Kriegseinsatzes. Als sie nicht mehr gebraucht wurden, liess man sie in die Wildnis frei. Die Pferde passten sich an die rauen Landschaften Australiens an und bildeten wilde Herden im ganzen Land – von den Australischen Alpen in New South Wales (NSW) und Victoria, insbesondere im Kosciuszko Nationalpark (KNP), auch «Snowy Mountains» genannt, bis hin zum weiten Outback im Northern Territory und in Westaustralien. Sie sind heute genauso Teil des Landes wie die Menschen, die es kolonisierten. Die Brumbies sind somit genauso einheimisch in Australien wie der «weisse Mann»! Trotz dieser langen Geschichte und ihrer kulturellen Bedeutung werden sie von den australischen Behörden als „invasive, wilde Schädlinge“ dargestellt.
Aktuelle Massaker im Kosciuszko Nationalpark, NSW
Seit November 2023, nach einem 20-jährigen Abschussverbot in New South Wales sind die ikonischen Pferde im Kosciuszko Nationalpark immer wieder brutalsten Luft-Tötungsaktionen ausgesetzt. Sie werden aus Hubschraubern erschossen, in einem Blutbad, das das Land und die Gewässer vergiftet. Von Oktober 2023 bis Oktober 2024 wurden 8,2 Millionen Australische Dollar an staatlichen Geldern für das Erschiessen und Entfernen von 8’000 Brumbies ausgegeben.
Die Standard Operating Procedures (SOPs) des Kosciuszko Nationalparks legen fest, dass die Tötung der Brumbies nur unter bestimmten, «humanen» Bedingungen erfolgen darf: Die Tiere sollten mit einem gezielten Schuss in den Kopf oder das Herz schnell und schmerzfrei getötet werden, um unnötiges Leiden zu vermeiden. Sollte der erste Schuss nicht ausreichen, erfolgt ein zweiter, um das Tier schnell zu euthanasieren.
Wie soll es möglich sein von fliegenden Hubschraubern aus ein in Panik fliehendes Wesen zielsicher zu treffen? Untersuchungen nach den Erschiessungen haben gezeigt, dass viele Brumbies Einzelschüsse in Bauch, Nacken und Rücken erhalten haben und somit einen langen, qualvollen Tod erleiden mussten. Tragende Stuten, die in den Bauch geschossen wurden, abortierten. Noch nicht abgesetzte Fohlen streifen verzweifelt um die Kadaver ihrer Mütter und verhungern. Alles Fakten, die klar gegen die Vorgaben der SOPs des Nationalparks sprechen. Das Argument, dass die Tötung human sei und unnötiges Leid vermeide, weil «ganze Pferdefamilien auf einmal erschossen werden», ist ebenfalls eine Lüge! Nur weil die ganze Familiengruppe getötet wird – falls das überhaupt erreicht wird! – bedeutet das noch lange nicht, dass die Tiere auf humane Weise getötet werden.
Konstruierte Argumente
Regierungsbehörden und die Ministerin für Klimawandel, Energie, Erbe und Umwelt, Penny Sharpe, sowie Gruppen wie das Invasive Species Council, verbreiten seit Jahren vehement, dass Brumbies eine ökologische Bedrohung darstellen. Sie behaupten, dass die Pferde fragile Ökosysteme schädigen, einheimische Arten verdrängen und die Biodiversität gefährden, indem sie Bodenkontamination, Erosion und Zerstörung von Lebensräumen verursachen.
Allerdings wurde niemals eine Brumby-Auswirkungsstudie durchgeführt, die diese Behauptungen in irgendeiner Weise stützt! Es wurde noch nie eine Studie durchgeführt, die belegt, dass Brumbies die Vegetation schädigen oder fragile Ökosysteme sowie einheimische oder bedrohte Arten beeinträchtigen. Die Regierung stützt sich stattdessen auf Forschungsarbeiten zu anderen Arten, in denen Brumbies als potenzielle Schadensquelle bezeichnet werden – obwohl Befürworter wiederholt dazu aufgerufen haben, eine direkte Brumby-Studie durchzuführen.
Im Jahr 2023 schätzte Penny Sharpe die Brumby-Population im Kosciuszko Nationalpark auf etwa 12’000 bis 22’000. Die Populationsgrösse, auf denen diese Schätzungen beruhen, wurden noch im selben Jahr von der erfahrenen, unabhängigen Biostatistikerin Claire Galea als „fehlerhaft“ und „aufgeblasen“ entlarvt.
Am 3. März 2025 gab Ministerin Sharpe an, dass «da seit November 2023 über 8’000 Brumbies aus dem Park entfernt wurden, das Luftschiessen derzeit eingestellt, aber möglicherweise wieder aufgenommen wird. Das Erschiessen am Boden im KNP wird fortgesetzt, ebenso wie Transporte der Brumbies zu Schlachthöfen.»
Brumbies sind genauso einheimisch in Australien wie der «weisse Mann»!
Medienzensur und fehlende Transparenz
Ein weiterer beunruhigender Aspekt dieser Situation ist, dass die Medienberichterstattung über die Brumbies in Australien eingeschränkt und einseitig erscheint. Fotos von leidenden oder toten Brumbies, deren Körper langsam verrotten und Wasserquellen kontaminieren, wurden unterdrückt, sodass die öffentliche Empörung minimal bleibt. Dieser Mangel an Transparenz wirft ernsthafte ethische Fragen auf hinsichtlich Demokratie, Naturschutzpolitik und dem Recht der australischen Bürger, zu erfahren, wie ihre Nationalparks verwaltet – oder misshandelt – werden.
Die Wahrheit: Brumbies als Umweltförderer
Brumbies sind ein fester Bestandteil der australischen Natur und ihrer Biodiversität geworden. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie durch ihre Weideaktivitäten das Pflanzenwachstum regulieren, Überwucherung verhindern und dadurch das Risiko von Buschbränden verringern, da sie die Ansammlung dichter, trockener Vegetation vermeiden. Die Pferde ernähren sich von grober Vegetation, recyceln Pflanzenmaterial und machen nahrhaftere Pflanzen für andere Pflanzenfresser verfügbar.
Ihr Mist ist ein nährstoffreicher Humus, der die Bodenqualität verbessert, das Wachstum einheimischer Pflanzen fördert, das mikrobielle Leben stärkt und die Wasserspeicherfähigkeit, insbesondere in trockenen Regionen, erhöht.
Durch ihr halbnomadisches Verhalten verbreiten die Brumbies Samen und fördern die vegetative Erneuerung, was wiederum die Artenvielfalt unterstützt.
Das Paradebeispiel: FFWs Wildpferdereservat Bonrook
Mit über 35 Jahren Erfahrung – seit 1989 – kann die Fondation Franz Weber bestätigen, dass Brumbies keine Gefahr für die australische Flora und Fauna darstellen und daher keine Rechtfertigung für die Abschüsse besteht. Auf dem Wildpferdereservat Bonrook im Northern Territory – dem einzigen Schutzgebiet Australiens mit einer bedeutenden Brumby-Population – leben rund 800 Brumbies, 120 wilde Rinder, 100 Wasserbüffel sowie zahlreiche einheimische Tier- und Vogelarten auf knapp 500 km2 in harmonischem Gleichgewicht.
Eine Umsiedlung der Wildpferde aus dem Kosciuszko Nationalpark im südlichen NSW in das Wildpferdereservat Bonrook im Northern Territory im Norden des Landes ist nicht möglich. Die Entfernung beträgt 3’730 km, was einen Transport von mehr als 50 Stunden erfordert – vergleichbar mit der Strecke von Lissabon nach Moskau.
Die Verladung domestizierter Pferde ist bereits eine Herausforderung – ganz zu schweigen von wilden Pferden. Der Transport von Wildpferden ist ein gefährliches und kostenintensives Unterfangen. Zudem ist die körperliche Verfassung der NSW-Brumbies für das heisse, subtropische Klima des Northern Territory unzumutbar.
Fordern Sie ein Ende der grausamen Tötungen!
Die Erschiessungen im Kosciuszko Nationalpark dienen nicht dem Naturschutz – sie sind eine Frage politischer Bequemlichkeit, der Suche nach Sündenböcken und dem Versuch, jahrzehntelanges Versagen im Umweltmanagement zu vertuschen. Wenn der Schutz der Umwelt tatsächlich im Vordergrund stünde, würden die Behörden in humane Massnahmen zur Populationskontrolle investieren, natürliche Raubtiere wieder einführen und Strategien verfolgen, die im Einklang mit ethischem Wildtiermanagement stehen.
Australiens Brumbies sind mehr als nur wilde Pferde – sie sind lebendige Symbole von Ausdauer, Geschichte und dem empfindlichen Gleichgewicht der Natur. Ihre Abschlachtung ist nicht nur unnötig, sondern ein Schandfleck für das Engagement der Nation für den Tierschutz. Solange das Schweigen nicht gebrochen und die öffentliche Aufmerksamkeit nicht geweckt wird, werden die Tötungen weitergehen – unkontrolliert, unangefochten und völlig unbegründet. Es ist Zeit für echten Naturschutz – nicht für ein staatlich sanktioniertes Blutbad!
BRUMBY-MASSAKER JETZT ZU STOPPEN! Wir brauchen Ihre Stimme, um ein Ende dieser Abschüsse zu fordern!
Franz Weber Territory – Bonrook Station
Im Jahr 1987 und 1988 brachte die Fondation Franz Weber (FFW) das damalige Blutbad der Brumbies in Europa öffentlich zur Kenntnis, startete eine Kampagne und sensibilisierte die Öffentlichkeit für das Problem. Im November 1989 erwarb die FFW aufgrund des grossen internationalen Aufschreis die Bonrook Station, eine ehemalige Rinderfarm im Northern Territory (NT) Australiens. 2,5 Autostunden südlich von Darwin wurde das Wildpferdereservat «Franz Weber Territory» geboren: Ein umzäuntes, geschütztes, naturnahes Buschland von 495 km² (18 x 28 km, fast so gross wie die Baleareninsel Ibiza), wo ca. 800 Brumbies frei, ungestört und unberührt in ihren Familienverbänden umherstreifen können – in Einklang mit der Natur und zahlreichen einheimischen Tieren.